Botsuana

16.05.2024

Einreise in Botswana. Völlig unkompliziert, leider auch hier diese „tollen“ Scheiben, hinter denen die Beamten sitzen. Man hängt fast mit dem Kopf auf dem Tresen, damit man mit dem Ohr so dicht wie möglich an den kleinen Schlitz zwischen Glas und Tresen kommt, um etwas zu verstehen. Das Einreiseformular hat die übliche Abfrage: Woher kommen Sie, wohin fahren Sie, was wollen Sie… wurde auf dem Zettel notiert, der Beamtin vorgelegt und dann hatten wir die Stempel im Pass. Für das Auto mußten wir noch eine Maut bezahlen. Üblich in Botswana und überschaubar.

Die erste Nach in Botswana, genauer gesagt auf dem Camp Chasmiru, war etwas unruhig. Die Kühe sind mit Glocken bestückt, so dass es ziemlich lange bimmelte. Die Baustelle von den Grenzgebäuden ist auch nicht sehr leise und die Arbeiten starten relativ früh.

Das Camp selber ist schön und hat alles, was man sich als Reisender wünschen kann.

Gestern Abend hatte Richard noch ein Feuer angemacht und der Abend klang entspannt aus. Na gut, bei mir nicht ganz so entspannt bzw. eher gespannt. Mein Fuß ist geschwollen und der Zeh hat einen Rotstich. Ist doch schlimmer als gedacht. Wir haben gekühlt, mit der Nadel ungewünschtes entfernt, desinfiziert und gekühlt. Die Schwellung ist jetzt auf dem Ballen und der Fußrücken ist auch gespannter als gewohnt. Selbstgemachte Leiden…. Bitte merkt euch eins: Immer, nehmt euch immer die Zeit, Schuhe vernünftig zu wechseln und nicht 30 Sekunden einsparen wollen. Diese 30 Sekunden dauern jetzt Stunden und sind äußerst unangenehm.

Morgens ist es nicht mehr so kalt. Die 5 – 8 Grad in der Nacht sind Geschichte. Es ist wieder angenehmer. Die langen Unterhosen und Buff können abgelegt werden. Zum Frühstück sitzen Micha und ich auf einem Bänkle, schauen auf die Wiese, hören die Vögel und genießen. Ein Vogel gibt so herrliche Geräusche von sich, zwitschern ist das nicht, hört sich eher wie eine Hupe an. Dann sehen wir den Vogel und diese Geräusche hätten wir eher einem Puter zugetraut als so einem kleinem Geschöpf. Mit seinem rotem Bauch, den schwarzen Schwingen mit einem weißem Streifen sieht er umwerfend aus. Da kann er gerne weiter hupen.

Zwei Kilometer weiter soll es einen Shop und einen Geldautomaten geben. Das sind die Dinge, die wir jetzt benötigen. Gestern war das Netz von Südafrika noch zu nutzen, jetzt brauchen wir für Botswana neue SIM Karten.

Zu unseren gewohnten Zeit 9:00 Uhr geht es los. Der Geldautomat ist schnell gefunden, allerdings funktioniert er nicht. Dann versuchen wir es erstmal mit den Telefonkarten. Micha geht zu dem von der Campinhaberin empfohlenen Laden. Lee, so heißt der nette Mann, hat Simkarten die er verkauft. Aufgeladen werden müssen die Karten dann im Shop. Wir kaufen 4 Simkarten und wackeln zum Einkaufsstore. Während die Männer am Tresen anstehen, gehen wir einkaufen. Gemüse und Obst wären toll. Wir gehen mit Kartoffeln und Kürbis an die Kasse. Ansonsten gab es für uns nix.

Micha ist bereits mit der Dame dabei, die Telefone „fit“ zu machen. Mit Pässen und 4 Telefonen auf dem Tresen sieht es wild aus. Als ich die Dame sehe, mit der sich Micha rumschlägt, denke ich innerlich „Die ist auf Drogen“. Sie tippt, tut, guckt um dann festzustellen, dass die bei Lee gekauften Karten nicht funktionieren. Das sind Karten für den größten Telefonanbieter  in Botswana, aber sie bekommt es nur mit einem anderen Anbieter hin. Ok. Dann zwei Karten von dem Anbieter Mascom bitte. Das Spiel beginnt von Neuem. Mittlerweile ist Micha schon rausgegangen, sonst wären Rauchwolken aus den Ohren gekommen. Es ist aber auch eine Geduldsprobe mit dieser Person.

Geschafft. Karten sollen freigeschaltet sein. Jetzt an der Kasse noch Volumen kaufen. Da geraten wir an die nächste, total motivierte Mitarbeiterin. Micha ist wieder da und fragt die Dame dann, ob sie überhaupt Englisch spricht. „Yes“ sagt sie und wir Wissen, dass sie  uns einfach nicht verstehen möchte. Endlich bekommen wir es hin und bezahlen. 40,00 Pula pro Karte als Datenvolumen, soll reichen.

Vor dem Laden wird erstmal getestet. Es funktioniert nicht. Ich kann Konny anrufen, aber mobile Daten sind = 0. Den „Beipackzettel“ von der Simkarte nochmal lesen. Bei den Data bundles finden wir dann den Namen für den Tarif, den wir benötigen. Wir hatten das zwar mehrfach gesagt, aber anscheinend wollte man uns nicht verstehen. Jetzt können wir das Kind beim Namen nennen. Konny und ich gehen zurück in den Laden. Kurz gesagt: wir haben die von uns falsch bezahlten Pula erstattet bekommen und dann unseren MyMix Tarif bezahlt. Die Dame Nr. 3, die zur Hilfe geholt wurde, wollte dann noch 20,00 Pula. In dem Moment war es uns auch egal. Alles funktionierte.

Weiter geht es zu dem Geldautomaten. Auch der ist schnell gefunden und wir haben jetzt auch Bargeld. Jetzt heißt es, ab zum Camping. Tja, was soll ich sagen. Die Landschaft hat sich ein wenig geändert. Keine Landwirtschaft mehr, aber die Straßen sind die selben wie in Südafrika. Ziemlich gerade, eintönig und LKW-Hopping.

Was mir im ersten Moment auffällt, es gibt bei dieser größeren Stadt keine Slums vorher oder nachher wie in Südafrika. Hier stehen kleine, gemauerte Gebäude. Was leider ist, dass der Müll bei diesen kleinen Siedlungen einfach vor die Tür geschmissen wird. An den Kreuzungen nimmt der Müll zu. Am Rande der Straße liegt auch mehr Müll als in Südafrika. Relativ zum Ende unseres Fahrtages sehen wir aber einen Mitarbeiter der Stadt (oder wie das auch immer hier organisiert ist), der den Müll sammelt und in großen Tüten an die Straße stellt.
Je näher wir Garbarone kommen, desto Europäischer wird es. Von Autohäusern, DHL bis hin zu IT-Firmen ist alles vertreten. Die Straßen in Garbarone sind breit, die Kreuzungen riesig. Zum Glück mit Ampeln, da ansonsten bei den hier herrschenden Verkehrsregeln ein Chaos entstehen würde. In der Regel heißt es an einer Kreuzung (wo an jeder Straße ein Stopp Schild ist): Wer als Erstes an die Kreuzung fährt, der darf als Erstes fahren.

Garbarone ist riesig, alles gepflegt (sogar die Hecken zwischen den Straßen haben einen Formschnitt) und wie gesagt, sehr europäisch. Die Menschen, die wir sehen, sind alle gut gekleidet. An den Straßen sitzen keine Männer oder Frauen die per Anhalter mit möchten. Hier fahren normale Busse. Ob das nach der Stadt auch noch so ist? Ja, die A3 die wir fahren, hat auch überall Bushaltestellen.

Auch haben wir am Straßenrand keine Wellblechhütten. Kleine Verkaufsstände stehen an der Seite. Melonen, Mandarinen oder Besen über Getränke werden angeboten. An den kleinen Ständen, die außerhalb der Stadt sind, liegt mehr Müll. Junge Männer sitzen dort und warten, das jemand anhält und was kauft. Wir fragen uns immer wieder, wie das funktionieren soll. Alle kleinen Stände haben das gleiche Angebot. Wer hält hier an?

Kühe und Ziegen begleiten einen an den Seitenstreifen. Sie laufen frei herum, liegen an einer Kreuzung unter einem Baum im Schatten (der Schatten ist auf der Fahrbahn). Es funktioniert. Die Seitenstreifen müssen nicht gemäht werden, das machen die Vierbeiner.

Nach 160 km verändert sich nochmal das Verkehrsbild. An den Straßenrändern fahren jetzt Eselskarren. Drei- oder Vierspänner bzw. Fünfspänner. Ja, richtig, Esel im Gespann. Das sehe ich zum ersten Mal, ich bin fasziniert.

Unser übliches Spiel „Wann sind wir da…“, „Ich muss mal…“ oder „Ich habe Hunger…“ geht wieder los. Dann versucht Micha mir Liedtexte beizubringen, was gnadenlos nach hinten los geht. Dann gibt es lieber das Höhrbuch „Einen Scheiß muss ich“. Irgendwann kommen wir in Palapaye an. Der Weg zum Camp ist ein wenig speziell. Richard sagt wohl das eine Mal „Ich fahr doch nicht einfach über den Bauernhof“ – „Doch, da lang“. Die Straße, die man auf der Karte als Straße sieht, sieht wie ein Feldweg aus.

Angekommen am Platz gehe ich zur Rezeption. Während der Fahrt war mein Fuß unter Dauerkühlung. Eine nasse Socke unter dem Fuß und unter die Klimaanlage gehalten bewirken Wunder, denke ich, als ich zu Rezeption gehe. Ist ja schon viel besser, der Schuh passt auch wieder ganz gut. Ein Mitarbeiter zeigt uns den Platz und die Gegebenheiten. Der Platz, wo wir stehen können ist ok, die Sanitärgelegenheiten eher gruselig. 250,00 Pula (umgerechnet 17,00 €) sind ein wenig viel für die Gegebenheiten. Für eine Nacht suchen wir nichts Neues.

Als wir aufgebaut haben, merke ich, dass der Fuß anscheinend doch nicht so gut ist. Ich krieg beim ausziehen echt Pipi in die Augen. Dadurch, dass ich gleich wieder so rumgeturnt bin und die Kühlung nachgelassen hat, habe ich wieder den Zustand vom Morgen erreicht. Micha sagt nur: „Hinsetzen, ich mach das und du hältst Ruhe“. Da wiederspreche ich nicht.

Gegen 19:00 Uhr gehen wir ins Auto. Es tuckert die ganze Zeit eine Lock, wir hören Musik, Autos und Glocken von Kühen. Also das volle Programm für einen erholsamen Schlaf 😉

17.05.2024

Erster Tagespunkt: Tanken
Zweiter Tagespunkt: Telefonshop

Telefonshop? Die Freude währte kurz. Am Abend im Camp hatten wir auf einmal kein Netz mehr. Telefonieren ging, nur ins Internet, das ging nicht mehr. Bei den Abrufen unseres Konto stand auch alles auf 0. Das muss geklärt werden und die beiden Männer haben auch noch keine Telefonkarte, das soll auch direkt erledigt werden.

Tagespunkt eins ist fix abgearbeitet. Eine Kleinigkeit hatten wir aber. Kein Trinkgeld. An den Tankstellen wird nicht selber getankt, das wird von einem Mitarbeiter gemacht. Es ist üblich dem Mitarbeiter 5 Pula in die Hand zu drücken. Was tun, wenn man nur große Scheine hat? Wechseln kann er sicherlich nicht sondern wird eher mit dem Schein druchbrennen. Also humpel ich fix in den kleinen Laden, der an die Tanstelle angrenzt. Ich halte ihr einen 100 Pula Schein und frage sie, ob sie in Kleingeld wechseln kann. Kann sie und danach ist die Kasse mit Kleingeld leer geräumt und meine Hose rutscht von dem Gewicht in der Hosentasche. Konny fix 5 Pula gegeben, denn sie haben dasselbe Problem.

Tagespunkt zwei wird in einer Mal in Angriff genommen. Wir landen in einem Elektroladen, der auch Telefonkarten verkauft und anderes.
Als erstes werden die Karten für die Männer aktiviert. Hier sollen die Orange Simkarten aktiviert werden. Auch hier gibt es Probleme, die beiden Frauen schaffen es aber. Dann kommen Konny und ich mit unseren Karten dran. Das Problem wird erklärt, der Kaufvorgang vom Vortag wird erzählt und wir merken, dass wir – ganz unverblümt – verarscht wurden. Man bekommt kleine Karten mit Rubbelfelder, die man als Nummer im Handy angibt und anruft. Es kommt dann eine Nachricht und man sieht, das was gebucht wurde.
Warum uns gestern nichts aufgefallen ist? Die Kassiererin hat an der Kasse die Telefonnummern eingetippt und den Preis eingegeben. Also gingen wir davon aus, dass dort eine Übertragung statt findet. So wie in Namibia, wo nach der Bezahlung die Karten sofort freigeschaltet werden und das Volumen drauf ist. Da wir gestern vor dem Laden vom Internet bis zu Telefoni alles geprüft hatten und es ging, viel es uns erst am Abend auf. Die 279,00 Pula pro Karte haben die Damen sich dann selber in die Tasche gesteckt… und 20,00 Pula Trinkgeld, da die Dritte so geholfen hat…
Nach gefühlten Stunden haben wir dann alles. Jeder ist wieder mobil und die beiden Frauen im Laden happy. Beide waren so bemüht und haben uns geholfen, da war ein Trinkgeld nur gerecht.

Als Nächstes steht der Einkauf an. Der Spar ist direkt neben an. Leider hat er keinen schönen Mandarinen, so dass ich von einem jungen Mann vor dem Laden einen kleinen Sack Mandarinen kaufe.
Mit Vitamin C und Co. geht es dann auf die Piste. Es wird wieder ein langer Fahrtag. In dieser Region ist einfach nichts zu sehen und Nebenstraßen gibt es nicht. Es geht wieder auf die endlos erscheinende Straße. Eine Abwechslung ist eine Haltestelle für Fahrzeuge über 3,5t Fahrzeuge. Sie müssen von der Straße auf eine Waage und dann Maut bezahlen. Nach 300 km aber passiert etwas, das eintönige verschwindet und die Landschaft verwandelt sich. Es gibt kaum noch Bäume und Sträucher. Es tut sich eine Weite auf die dem Auge gut tut. An den Tieren spätestens erkennt man, dass wir zu einer kargeren Landschaft kommt. Am Anfang unserer Fahrt waren die Tiere noch gut genährt, jetzt sieht man die Rippen. Für die Tiere der Nachteil dieser Landschaft.

Wir fahren an Salzpfannen vorbei. Hier und da sieht man Häuser, kleine Runde mit reetgedeckten Dächern. In der Regel sind sie eingezäunt. Das Camp, in dem wir heute Nacht sind, ist mir zwei Toren und Zäunen gesichert. Die Sicherheit ist gegeben und schön ist er auch noch.
Das Bad wird gerade saniert und die Mitarbeiter sind fleißig am Werkeln. Zum Glück sind sie noch da. Der Schnorchel von Richards Auto klappert. Der Handwerker stellt das Werkzeug, Richard richtet. Perfekt.

18.05.2024

Abfahrtzeit: 8:00 Uhr. Eine Stunde eher zu unseren üblichen Fahrzeit. Es sind rund 200 km nach Maun und wir möchten früh im Ort sein, damit wir kurzfristig eine Lodge im Okawangadelta buchen können. Mit „Fligh In“, wenn schon, denn schon.

Als erste Anlaufstation haben wir in Maps.me eine Tourist Information gefunden. Die Tourist Information entpuppt sich als ein Reisebüro. Dann schauen wir mal, was  (so heißt das Büro) uns anbieten kann. Das Büro ist geöffnet und wir betreten ein hübsches Gebäude. Das Büro mit alten Möbeln eingerichtet, sehr geschmackvoll.
Eine Mitarbeiterin hört sich unseren Wunsch an. Die Mitarbeiterin, Mama B, und Micha sind schnell auf einer Wellenlänge. Wir sollen ihr ein wenig Zeit geben. Kein Problem, wir haben noch einen anderen Anbieter für einen Fligh In gefunden. Dieses Büro ist das Gegenteil von Mama B´s Arbeitsplatz. Geordnetes Chaos und es sieht wie in einer Telefonzentrale aus.
Ein Mitarbeiter hört sich unseren Wunsch an. Er schaut mal, was er uns anbieten kann. Wir können in einer Stunde wieder kommen. Sie haben bis 13:00 Uhr geöffnet. OK.

Am Airport direkt finden wir keine weiteren Agenturen für Lodge Buchungen. Also zurück zu Wilderness und zu Mama B.  Sie hat ein Angebot. Drei Nächte, Al In im Familienzelt. Preis würde passen. Ähm, Familienzelt? Was heißt das? (Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich in einem Etagenbett). Es gibt eine großes Zimmer mit Bett, Bad und Lounge. Das „Kinderzimmer“ hat ein Doppelbett mit Bad. Eine Terrasse trennt die Zimmer. Drei Nächte… leider sagen wir nicht „Reserviere das Bitte“, weil wir ja noch das Angebot der anderen Firma abwarten wollen. So kommt es, wie es kommen soll. Kein Angebot der anderen Firma, die drei Nächte sind weg und wir haben nur noch die Möglichkeit von zwei Nächten. Bitte buchen!
Was das fehlen der dritten Nacht entschädigt, ist die Lodge zu der wir fliegen. Genau auf diese Lodge hatten wir schon ein „Auge geworfen“.  Morgen schon geht es los!
Wir haben in Foren immer wieder gelesen, dass über ein Jahr hinaus alles ausgebucht ist und man kurzfristig nichts findet. Bei uns hat es geklappt und wir haben sogar einen gesicherten Stellplatz samt Stromanschluss für unsere Autos.

Fröhlich fahren wir zum Audi Camp, dass 11 km vor Mauen liegt. Es soll ein Camp für Reisende sein. Wir möchten gerne über die aktuellen Straßenverhältnisse im Chobe erfahren und vielleicht trifft man hier jemanden, der die Route gerade gefahren ist. Für schlanke 330,00 Pula / Auto bekommen wir einen Platz unter Bäumen und einem kurzen Weg zum Sanitärgebäude und feinem Sand auf dem Platz. In Flip Flop vom duschen zum Auto laufen ist nicht möglich, es sei denn, man möchte panierte Füße. Kurzentschlossen wir das duschen verschoben.

In der Hoffnung im Restuarant Reisende zu treffen (und weil wir keine Lust haben zu kochen), gehen wir Essen. Das Essen ist gut, andere Reisende gibt es aktuell nicht. Schade.

19.05.2024

Abflug in das Delta! Das Okavangodelta ist ein riesiges Binnenflussdelta hier im Norden von Botswana. Bekannt ist es aufgrund seines größten und tierreichsten Feuchtgebiets. Das Wasser stammt aus dem Hochland von Angola, wo es einige Monate zuvor als Regen vom Himmel viel. Beeindruckend. Wir sind knapp vor der Hochsaisaon, das Wasser kommt langsam eingeflossen in das Delta. Wir haben uns aber eine Lodge ausgesucht, die nur mit einem Fligh In zu erreichen ist, da dort ganz Jährig Wasser steht.
8:30 Uhr stehen wir vor Wilderniss und parken die Autos.

Danach geht es in den Aufenthaltsraum von der Firma. Sehr luxuriös und urig eingerichtet. Man merkt es auch bei der Bezahlung der Lodge, das ist es uns aber Wert. Während des Wartens bekommen wir Trinkflasche in die Hand gedrückt, mit dem Hinweis, erst nach des Check in diese zu füllen.

Mama B bringt uns dann persönlich zum Flughafen. Bis zum Check In. Hier verabschieden wir uns herzlich. Eine tolle Frau, die einen super Job macht und herzlich ist. Das findet man nicht mehr so oft.
Wie auf den großen Flughäfen heißt es jetzt: E-Geräte aus dem Rucksack, Gürtel aus der Hose und ab durch das Tor. Bei mir piept es, ich sage kurz, das ich eine „Spezialhüfte“ habe und zeige darauf. Dann werde ich nur noch von einer Dame abgetastet und ich darf durch. Ich muss den Ausweis nicht zücken. Wenn es bei mir piept, dann auch bei Richard. Ja, es piept und auch er wird genauer unter die Lupe genommen. Wir können dann in die Abflughalle gehen. Zwei andere Personen werden auch zu der Lodge geflogen. Ein spanisches Paar, freundlich und voller Energie, zumindest reden sie sehr schnell, mit Händen und Füßen. Der Flieger geht um 9:50 Uhr los und landet nach zwei Zwischenlandungen bei unserer Lodge. Fein, dann werden wir viel sehen und ich persönlich mag start und Landung.
Ein kleiner Flieger mit 12 Plätzen wird uns chauffieren. Der Pilot Namens Hazel wird uns sicher zum Ziel bringen.

Alle an Bord? Ja, Tür geht zu und auf geht es in den Himmel. Es ist schön, wie die Landschaft unter einem dahin zieht. Es sieht sehr trocken aus, das Wasser wird aber auch hier demnächst alles unter Wasser setzen. Das ist schon beeindruckend.

Bei der ersten Landung steigen zwei Personen aus. Weiter geht es. Beim nächsten Stopp steigen 3 aus und es steigen 2 ein. Die 2 sind Ladys, die anscheinend Lodge Hopping machen und anscheinend schon ein alkoholisches Frühstück hatten. Ausgerechnet eine von den Ladys landet neben mir. Flaches Atmen ist angesagt, die Lüftung am Besten voll in das Gesicht stellen. Laut ist sie dann auch noch. Hilft nix, 20 min später landen wir dann auf unserem Flugplatz. Zwei Fahrzeuge, die man immer auf dem Game Drive von Firmen fahren sieht, holen uns ab. Wir werden sofort einen kleinen Game Drive zur Lodge machen. Fein. Ab in die letzte Reihe (so wie früher in der Schule), hier aber aus dem Grunde des besseren Sehens. Man sitzt am Höchsten.

Was macht das für ein Spaß mit so einem Auto zu fahren. Tabs heißt unser Fahrer und er wird uns die Tage begleiten und die Game Drives machen. An seiner Seite ist ein junger Mann, der gerade von ihm ausgebildet wird. Hach Leute, die Luft, die einem um die Nase weht, der Twist im Sand, die Fahrt durch das Wasser und die Aussichten. Da läuft einem eine Gänsehaut über den Rücken, bei dieser Pracht und Freude. Ich könnte vor Glück jauchzen und jubeln und mein Schatz, der neben mir sitzt, sieht auch glücklich aus.

Als wir an der Lodge ankommen, steht ein Begrüßungskomitee vor uns. Herzlich werden wir empfangen, es werden uns Tücher zur Erfrischung gereicht. Im Empfangsbereich können wir es nicht glauben. Wir sitzen mit Blick auf das Wasser. Ein großer Steg ist vor das Gebäude gebaut, eine Schaukel mit Blick auf das Wasser, Sitzgelegenheiten, all das sehen wir. Einen blauen Himmel, blaues Wasser und sattes Grün. Wie im Fernsehen. Mitten drin als nur dabei.

Die Mitarbeiter begrüßen uns, man stellt sich mit seinem Vornamen vor und ab da werden wir von den Mitarbeitern nur noch mit unseren Vornamen angesprochen. Durch diese kleinen Gesten fühlt man sich willkommen.

Insgesamt hat diese Lodge 14 Zelte, allerdings verteilt auf 2 Camps. Hier sind es 7 Zelte und auf der anderen Seite ebenfalls 7. Gefühlt gibt es mehr Personal als Gäste. Michael, der Betreuer für die Gäste, kommt zu uns, erläutert kurz die Abläufe. Nach Dunkelheit darf kein Gast mehr alleine zu seinem Zimmer gehen. Wir sind hier umgeben von Wildtieren und es gibt keinen Zaun, der die Lodge abgrenzt. Direkt vor uns leben als Beispiel die Hippos. Es gibt zwei Game Drives. Man wird um 5:30 Uhr geweckt (ja, ich habe mich nicht verschrieben), um 6:00 Uhr gibt es Frühstück und dann geht es um 6:30 Uhr los. Zum Lunch ist man zurück und um 15:00 Uhr gibt es Tee, um 16:30 Uhr geht es zum zweiten Game Drive. Nach Rückkehr wird gegessen. Danach kann man in die Bar, auf der Terrasse um ein Feuer sitzen oder in der Lounge aufhalten. Während er uns alles erzählt, kommt Luna aus der Küche und fragt nach, was wir essen möchte, damit sie uns noch etwas zubereiten kann.

„Möchtet ihr erst zu eurem Zelt oder erst essen?“ Erst Essen, wir haben Hunger.
Das Essen ist hervorragend. Wir sitzen mit Blick auf das Wasser, der Wind weht uns leicht um die Nase… Kneif mich mal Bitte….

Jetzt werden wir zu unserem Zelt, Nr. 6, gebracht. Alle Zelte sind über Stege zu erreichen, die am Boden zweimal mit den Tierpfaden kreuzen . Die „Tierautobahn“.  Am Abend kommen die Hippos, um auf der Wiese zu grasen oder auch andere Tiere, die trinken wollen. Das erklärt, warum wir am Abend nicht alleine laufen sollen, sondern ein Mitarbeiter uns begleitet.

 

Sollte mich Micha vorher kneifen, sollte er mich jetzt durchschütteln. Wir stehen in einem Raum, der ein Traum ist.

Wenn man auf der Couch sitzt oder auf dem Bett sitzt, hat man einen 60 Zoll Fernseher vor der Nase. Zum Glück gibt es nur ein Programm. Die Aussicht aus unserem Zimmer auf die Weite und das Wasser. Der Wind weht durch die Wände, die aus Moskitonetzen bestehen, die Farben buhlen um die Wette und die Tierrufe dazu. Umwerfend.

Es ist einfach nicht fassbar für mich. Micha und ich lieben das Einfache, brauchen kein Schickimicki, aber das hier Haut uns um. Was für ein Heim.

Teetime. Auf dem Steg des „Haupthauses“ ist vom Kuchen bis zum Kaffee alles aufgebaut. Das hört sich gerade sehr plump an, ist es aber überhaupt nicht. Ein kleiner Tisch, auf dem Kuchen steht und gerade angeschnitten wird, Kekse. Alles selber gebacken und teilweise noch lauwarm. Dann noch das frische Obst dazu. Sehr edel.

Tabs, unser persönlicher Guide, kommt zum Tee dazu und erzählt uns, was er gleich mit uns vorhat. Nach dem letzten Bissen von diesem umwerfenden Kuchen fahren wir los. Konny und Richard in erster Reihe, wir in Zweiter, da die Dritte für den „Sundowner“ belegt ist.

Jetzt muss ich einfach mal wieder „Auf geht die wilde Fahrt“ schreiben. Die Sandwege, Wasserdurchfahrten und normalen Pads sind einfach grandios. Bei der Wasserdurchfahrten fragt man sich, ob man gerade im Boot sitzt und bei den Sandpassagen, die auch noch Riffelblech in Überformat haben, rutscht man von links nach rechts. Egal wie langsam Tabs fährt. Das macht uns alles mega Spaß. Da muss man wirklich aufpassen, dass man durch lautes Lachen die Tiere nicht verscheucht. So fahren wir durch diese Gegend.

Es dauert nicht lange, da sehen wir die ersten Elefanten. Danach taucht eine Hyäne auf und dann, ja dann, Löwen! Ein Rudel Löwen. Tabs hatte eine Bewegung gesehen und war einfach mal vom Weg runter in die Rabatten gefahren. Keine Minute später sehen wir die Löwen. Voll gefressen liegen sie im Gras rum.

Wie wir feststellen müssen nicht alle, einer taucht aus einem Busch seitlich von uns auf. Vor lauter Schreck halten wir die Luft an. Direkt neben uns schleicht ein Löwe…

Tabs fährt um einen Busch, da ein Löwe sich wieder dort hingeschlichen hatte. Von den anderen Löwen sehen wir gerade nur Bäuche und Tatzen. Der Löwe ist nicht hinter dem Busch. Wo ist er? Tabs sagt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Die haben gejagt und sind satt. Äußerst beruhigend. Der Blick schwenkt auf einen Baum und ein Löwe schaut von einem Baum herab. Wahnsinn.

Als der Löwe nach einer Zeit herunterkommt, springt er gefühlt über die Motorhaube. Er beachtet uns mit einem kurzen Seitenblick, mehr nicht. Nach kurzer Zeit kommt ein anderer Löwe und macht sich auf den Baum. Er versucht es, bricht das Vorhaben aber ab. Was für ein Spektakel.

Tabs fährt wieder um den Busch und dann sehen wir, die Löwen STEHEN, ALLE. Du grüne Neune… aber auch hier, ein kurzer und gelangweilter Blick auf uns und sie setzen sich in Bewegung. Wir sind hier in einem Bereich, wo ständig Wasser steht, sodass die Löwen durch das Wasser waten müssen. Was für ein Anblick. Mittlerweile geht die Sonne unter und taucht die Welt zusätzlich zu diesem Anblick, in warmes, goldenes Licht.

Dann verschwinden die Tiere aus dem Wasser und laufen über ein Pad. Tabs mit uns immer hinterher. Hatten wir bis jetzt schon ein Spektakel, was es (so sagte Tabs zu uns) so noch nicht gab, bekommen wir noch eins oben darauf. Die Löwen klettern auf einen Baum. Von 6 Stück sind zum Schluss 5 Tiere auf dem Baum. Unfassbar.

Bevor es zu dunkel wird, brechen wir hier ab und fahren zum Camp. Was für ein grandioser Einstieg. So einen Einstieg gab es für Gäste noch nicht. Wir sind einfach Glückskinder. Erst die Buchung, die kurzfristig klappt, dann die Löwen, was will man mehr?

Auch das Abendessen ist sehr gelungen. Danach setzen wir uns noch an das Feuer auf der Terrasse und lauschen dem Grunzen der Hippos. Gelegentlich hören wir auch das Plätschern des Wassers, wenn sie auftauchen, in oder aus dem Wasser gehen und am Ufer fressen.

Es herrscht eine wunderbare Stimmung.

Wir sagen bescheid, das wir auf das Zimmer möchten. Da kommt unser „Uber“ sagt Micha und wir samt Mitarbeiter lachen herzhaft. Der Weg über den Steg ist ohne Tiersichtung. Das wäre dann wohl auch Zuviel des Guten.

Am Zelt selbst wurden die Seitenwände, und um das Bett das Moskitonetz, heruntergelassen. Luxus und Service pur.

Wir möchten diese riesige Dusche ausprobieren und springen gemeinsam darunter…. So schön ist das dann doch nicht. Es ist ziemlich kalt und selbst das heiße Wasser ist schon wieder kalt, wenn es an den Haxen ankommt. Fix abgetrocknet, in den Bademantel und die Pantoffeln geschlupft, hach, das tut gut. Micha schlupft direkt ins Bett. „Schatz, komm mal her“ ruft er, als er neben dem Bett steht. „Schlag mal die Decke hoch“ und, unfassbar, es liegt eine Wärmflasche unter der Decke. Bademantel und Pantoffeln aus und ab ins warme Bett.

20.05.2024

„GOOD MORNING“ ruft eine Stimme aus dem Hintergrund. Unser Wecker ist da. Funktioniert einwandfrei. Ab in die Sachen und auf den „Uber“ warten. Da es noch dunkel ist, dürfen wir nicht alleine nach vorne laufen.

Ein kleines Frühstücksbuffet ist aufgebaut. Kleine Muffin mit Ei und Schinken, Früchte, Joghurt, warmer Porrige und mehr gibt es. Dazu ein Kaffee und der Blick auf das Wasser. Der Sonnenaufgang kündet sich an. Traumhaft.

Im Auto selber wurde sogar der Sitz mit einer Wärmflasche vorgeheizt. Junge, junge, hier wird aber auch an alles gedacht. Gut verpackt geht es auf den Game Drive. Tabs möchte nochmal in die Richtung fahren, wo gestern die Löwen waren. Heißt es im Buch Hummeldumm die „Namibische Zeitung lesen“, wird hier jetzt die von Botswana gelesen. Tatzenabdrücke, Hufabdrücke, alles wird angeschaut.

Ob man es glaubt oder nicht: Die Löwen sind wieder da! Er hat sie gefunden. Die Damen mit ihren fast erwachsenden Jungs liegen um einen Busch und sind völlig desinteressiert an uns. Sie denken wahrscheinlich eher „Die schon wieder, hat man denn keine Ruhe mehr?“

Tabs hat auf Funk durchgegeben, wo die Löwen sind, so das wir uns jetzt verabschieden. Es dürfen immer nur max. 3 Autos in der Nähe von Tieren sein. Und wir wollen auch anderen die Möglichkeit geben.

Wir sehen auf dieser Fahrt Elefanten, Antilopen, Warzenschweine und eine Hyäne.

Die Landschaft ist wunderschön. Mal haben wir saftiges, sattes Grün, dann ist eine Ebene mit den verschiedensten Gräsern übersäht.

Am beeindruckendsten ist die Elefantenherde, die vor uns über den Weg läuft. Mitten in der Herde ist ein Neugeborenes. Es ist  nur ein paar Stunden alt! Wir sehen es genauer, als die Herde sich über die Straße bewegt und das Kleine hinter bzw. unter seiner Mutter hintergeht. Nach der Straße legt es sich hin. Kein Wunder, wenn man gerade kurz auf der Welt ist und dann mit den Großen laufen muss.


Die Herde wird unruhig, als wir uns nähern und die alten Elefanten stellen die Ohren auf. Konny fällt vor Schreck fast aus dem Auto, als ein Elefant Schritte in einer Drohstellung auf uns zu macht. Tabs fährt ruhig weiter und die Herde beruhigt sich wieder. Die Tiere sind zum Greifen nah. Gepaart mit der wundervollen Landschaft und Fahrwege der reinste, positive Wahnsinn.

Und dann kommt per Funk eine Ansage, die Richards Traum erfüllt. Wildhunde. Er wollte sie immer sehen, hatte sie bis dato aber nicht gesehen.  Tabs fährt los und ja, 20 Minuten später liegt ein Rudel Wildhunde vor uns. Im wahrsten Sinne liegen sie. Anscheinend waren sie jagen und hatten nun Pause. Gelegentlich steht einer auf und geht zu einem anderen Hund. Ansonsten ist kaum Aktion. Tabs erzählt uns, wie diese Hunde jagen und ich muss ehrlich sagen, ich bin erschrocken. Wenn das Tier, was sie reißen, zu groß ist, fressen sie es bei lebendigem Leibe.

Auf der Rückfahrt sehen wir noch Elefanten und Zebras. Das bringt einen auf andere Gedanken.

Lunchzeit. Um 11:00 Uhr können wir bestellen. Um 12:00 Uhr essen wir. Danach haben wir bis 15:30 Uhr Zeit, das Zimmer zu genießen, dann ist Teetime.

Auf zum Mokoro. Es ist ein Ausflug mit traditionellen Kanus, die im Okavango Delta als Fortbewegungsmittel genutzt wurden. Auf diesen Wegen kamen und kommen teilweise, die Einheimischen noch von A nach B.

Tabs fährt uns zu der Stelle, wo wir ablegen und er uns sein Auszubildender fahren in einem eigenem Kanu und prüfen die Gegend, damit wir keinen Gefahren ausgesetzt werden, z.B. ein Hippo sich gerade hier aufhält. Dann wäre Vorsicht geboten. Krokodile gibt es hier nicht, diese Gefahr kann ausgeschlossen werden. Die Beiden genießen auf jedenfall die Mokorofahrt und haben Spaß.

Bei diesem Ausflug gleiten wir über das Wasser. Diese Ruhe auf dem Wasser. Wir gleiten zwischen Gräsern und Wasserlilien, sehen kleine Fische und Ola, der uns begleitet, erklärt, was aus den Gräsern alles gemacht wurde. In der Zeit, wo er von seiner Heimat erzählt, wie lange er schon Kanu fährt, bastelt er für mich ein Armband. Wenn die Schale von den Gräsern abgemacht wird, bekommt man ein Material, das faserig, aber auch weich ist, ein wenig wie weicher Schaumstoff. Auch wenn man es zusammendrückt, geht es wieder in seine Ursprungsform.

Dann fragt er, ob wir Angst vor Fröschen haben. Nein, haben wir nicht. Er hält an ein paar Gräsern an und zeigt auf etwas. Es ist ein Frosch, aber nicht so ein Frosch wie bei uns. Er ist sowas von klein und niedlich.

Nach dem Mokoro trinken wir den Sundowner am Rande des Flusses. Die Sonne geht unter und wir genießen einfach das sein.

Auf dem Weg zur Lodge fragt uns Tabs, ob wir wissen, was am Montag im Camp los ist. Nein, woher auch? Am Montag wird in der Lodge gefeiert. Jeden Montag. Die Mitarbeiter haben dann „frei“ und feiern. Am Anfang mit den Gästen.

Wir werden in ein kleines Rondell geführt. Leider habe ich den Namen vergessen und finde den Begriff auch nicht im Netz. In diesem Rondel werden Zeremonien abgehalten und es ist eine Anlaufstelle des Friedens.

Die Stühle sind in einem Halbkreis aufgebaut und in der Mitte lodert ein Feuer. Wir sitzen hier und beobachten, was um uns herum geschieht. Es ist eine Bar aufgebaut und ein Buffet. Dann kommt der Manager des Camps und erzählt die Geschichte, wie sich der Montag ergab, warum an diesem Montag gefeiert wird und vieles mehr. Er erzählt uns wie in Afrika geheiratet wird, das es vom Staat Geld gibt damit die Nationalfeirtage gefeiert werden können. Das Geld geht an die Dorfältesten, die entscheiden was genau damit gemacht wird.

Als er fertig ist, kommen die Mitarbeiter in ihrer Zivilkleidung, singen und tanzen. Wie es so ist, werden wir dann auch zum Tanzen aufgefordert und so wird Stuhl für Stuhl frei. Nachdem der Tanz vorbei ist, wissen wir auch, warum wir alle tanzen mussten. Die Stühle sind weg und stehen an Tischen, die am Rand schon aufgebaut waren.

Dann ist das Buffet eröffnet. Ladys first lautet die klare Ansage.  

21.05.2024

„GOOD MORNING“… und täglich grüßt das Murmeltier. Unser Game Drive beginnt um 6:30 Uhr und – zum unterschied zu gestern – kommen wir nicht wieder zur Lodge, sondern werden direkt zum Flughafen gebracht. Um 11:50 Uhr geht der Flieger.

 

Heute ist es unser letzter Game Drive.

Nach keinen 10 Minuten sehen wir schon die ersten Elefanten. Es sind viele Jungtiere in der Herde, es ist aber nicht die Herde von gestern. So schaukeln wir durch die Gegend. Antilopen, Zebras und Elefanten nebst Warzenschweinen begleiten unseren Weg. Dann kommt per Funk „Wildhunde“.

Und da ist das Rudel von gestern. Jetzt allerdings in Aktion. Sie laufen, schnüffeln, spielen und kommen so dicht an das Auto, dass man glaubt, sie springen einem gleich auf den Schoß. Wow. Was die für Zeichnungen haben, auch wenn ich ihre Art zu jagen ganz fürchterlich finde, sind es hübsche Tiere. Ich rufe dann nach 10 Minuten ganz aufgeregt „Hyänen“ und meine Mitreisenden fallen fast um vor lauter Lachen. Die Hyänen waren schon die ganze Zeit da, nur ich hatte sie bis dahin nicht gesehen.

Wir fahren an Zebraherden, Kudus und Giraffen vorbei. Die Girfaffen haben auch Nachwuchs, der müsste so um die 5 Tage alt sein. Soviel Jungtiere bei Elefanten, Zebras, den verschiedenen Antilopenarten und den Giraffen. Hier ist wirklich eine Kinderstube. Schön, dass das beschützt wird. Und nicht nur die Tiere, auch die Landschaft ist einzigartig.

Ich kann das alles gar nicht so genau wieder geben, was wir in dieser Zeit erlebt haben. Es waren soviel Eindrücke, es war wie in einem Traum. Grüne Inselwälder, Gräser, die in der Morgen- und Abendsonne Gold leuchten, Tiere … ich könnte noch weiter schwärmen.

Das kleine Flugzeug, was uns aus diesem Traum ausfliegt, kommt. Wir verabschieden uns von Tabs und Junior. Tabs ist ein hervorragender Guide und wir haben festgestellt, dass er die meisten Sichtungen hatte und seine Kollegen darüber informierte, wo sie mit ihren Gästen hinfahren sollten.

Der Pilot stellt sich vor, bekommt mit, dass wir Deutsch sprechen und fragt, woher wir kommen. Als wir „In der Nähe von Stuttgart“ sagen, guckt er uns an und lacht. Seine Frau kommt aus Waiblingen. Er erzählt, dass Sie gerade geheiratet haben. So klein ist die Welt. Die Bordansage kommt auf Englisch. Als er sagt, dass die Sicherheitsvorschriften in der Mappe vor unserem Sitz sind, nehme ich die Tüte und halte sie fröhlich hoch. „Kotztüte“ sagt er und lacht mit mir. Mir vergeht allerdings das Lachen. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich diese Tüte benutze. Es gab leichte Turbulenzen und der Kopf nebst Magen spielten verrückt.

Als wir in das Delta flogen, hatte Konny noch kurz mit dem Ehepaar gesprochen, die gerade von Kasane nach Maun durch den Chobe gefahren sind. Da wir diese Strecke fahren möchten, wäre es super zu hören, wie die Straßenverhältnisse aktuell sind. Während eines Game Drives hatten wir uns aus der Ferne gegrüßt und Konny uns gleich verabredet. Also treffen wir sie nach dem Flug zu einem Kaffee bzw. Cola. Ist für den Magen gerade besser. Als die Beiden in das Café kommen, erzählen sie, dass die die Strecke durch den Chobe sogar alleine gefahren sind. Zwischen Denglisch (Deutsches Englisch) und Spenglisch (Spanisches Englisch) verstehen wir uns gut. Die Beiden hatten Pech mit ihrem Camper. Im Zelt hat sich Schimmel breit gemacht und ein Ersatzwagen muss her. Das sieht der Autovermieter noch ein wenig anders. Sie werden später auch im Audicamp übernachten.

Der Einkauf im kleinen Spar und das Tanken an der Shell sind fix erledigt. Auf dem Audicamp bekommen wir die Stellplätze vom letzten Mal.
Leider spielt mein Magen immer noch verrückt, sodass ich heute Abend nur Reis essen möchte. Das müsste helfen und Micha macht mit.

Konny und Richard gehen mit Martha und Jaime essen. Die Vier sind noch am Essen, als wir uns zu ihnen gesellen. Es ist ein schöner Abend. Wir lachen viel, vor allem mit Jaime. Er kann unheimlich gut erzählen und die Beiden haben schon viel erlebt. Sie lieben die Natur und Tiere, sind in Afrika viel unterwegs und haben somit die ein- oder andere Story. Es geht insbesondere um andere Touristen, was die so in einem Park machen, wenn keine Zäune oder ähnliches da sind, der Löwe quasi um die Ecke wohnt und der Touri in Flip-Flops durch die Gegend läuft. „Sicherheits-Flip-Flop sind das gewesen“, sagt er, und wir kugeln uns vor Lachen. Die Telefonnummern werden noch ausgetauscht und dann heißt es auch schon „Ab ins Zelt“.

22.05.2024

Wir brechen ganz gemütlich gen Chobe auf. Wir werden noch eine Nacht vor dem Chobe verbringen, da die Campsites im Chobe abartig teuer sind. Das möchten wir nicht mitmachen. Das eine Camp will sage und schreibe 80,00 USD/pP.

Die Männer hatten am Abend schon Luft abgelassen, da es nur ein kurzes Stück Asphalt gibt und es dann auf die Sandpiste geht. Ein entspannter Weg. Keine 80 km weiter sind wir dann schon am Camp. Freudig laufe ich rein, frage, ob was frei ist, frage nach dem Preis, mache große Augen und bitte sie, mir den Betrag auf einen Zettel zu schreiben, da ich Zahlen so schlecht verstehe. Ich habe es nicht falsch verstanden. 392,00 Pula / pP. Macht für uns 4 umgerechnet 133,00 €. Zwei Autos, die auf Rasen stehen, die kein Strom brauchen und die vier Personen nur ein Klo benötigen, sollen 133,00 € bezahlen. Der Hammer. Leider gibt es keine Alternative. Also müssen wir in den sauren Apfel beißen.

Nachdem wir unsere Plätze bezogen haben, werden wir noch instruiert. Im Dunkeln nur mit Taschenlampe, auf den Boden gucken und auch die Umgebung im Auge halten. Denn hier gibt es Elefanten, Hippos, Leoparden und vieles mehr. Das Camp ist nicht umzäunt, so dass die Tiere zwischen den Autos / Zelten laufen können. Wir müssen sogar unterschreiben, dass wir das verstanden haben und keine Haftansprüche geltend gemacht werden können.
Malu, so heißt der junge Mann, der uns den Platz zeigt, gibt uns dann auch das Passwort für das W-LAN, dass es nur in der Lounge / Bar / Restaurant gibt. Als wir in das Gebäude laufen, lacht uns ein Pool an. Eigentlich mag ich kein Wasser, aber in diesen Pool werde ich gehen, beschließe ich. Direkt vor dem Pool befindet sich eine Wasserstelle. Mal schauen, was wir heute Abend zu sehen bekommen.

Am Auto zurück gibt es erstmal Kaffee und Kekse. Dann den Badeanzug an und los. Danach werden wir uns eh länger in der Lounge aufhalten. Immerhin, das W-LAN funktioniert gut.
„Brhhh….das ist kalt…“ als ich mich langsam am Poolrand in das Wasser begeben möchte. Das war nicht gerade die beste Idee von mir. Egal. Kurzerhand beschließe ich, dass ich da jetzt durch muss, stelle mich auf den Rand und springe rein. Sch….kalt…
Dachte ich, dass ich einen eleganten Sprung in das kühle Nass gemacht habe, verrät mir Micha, dass er ein Video gemacht hat. Es sieht auf dem Video wie ein Bauchplatscher aus.

Bilder sichern, ein wenig Laden, dösen und die Sicht und Ruhe genießen. Kurz unterbrochen für das Abendbrot, sitzen wir dann bis lang nach Sonnenuntergang am Wasserloch. Ein Gnu haben wir gesehen.
In der Nacht hören wir viele Tiere. Zu sehen ist nichts. Nur Exkremente weisen darauf hin, dass es in der Nacht tierischen Besuch gab.

23.05.2024

Heute geht es durch den Chobe. Am Eingang müssen wir den Permit von 1.310,00 Pula bezahlen, oder auch nicht. Das W-LAN ist ausgefallen, Kartenzahlung nicht möglich. Wir können aber bei der Ausfahrt aus dem Park zahlen.

Keinen Kilometer weiter „läuft“ uns fast ein Elefant in das Auto. Es stehen noch mehr in einem Gebüsch und schauen uns seelenruhig an. Wir fahren weiter und es öffnet sich eine Ebene.

Zebras, Impalas und Gnu sind zu sehen. Und, da, schau mal, 2 Wasserbüffel. Oh, einen Sandsturm gibt es dazu… es ist kein Sandsturm. Es sind Hunderte von Wasserbüffeln, die da am Horizont laufen. Es ist unfassbar. So eine riesige Herde und es kommen immer mehr noch von hinten nach. Wahnsinn!

Bisher haben wir in jedem Park etwas Besonderes gesehen, aber so ein Schauspiel, das hat man nun gar nicht erwartet. So fahren wir dann zwischen Giraffen, Elefanten und Impalas durch den Park. Der Pad fängt langsam an, schwieriger zu werden. Die Fahrspur ist teilweise sehr ausgewaschen und selbst die Nebenspuren sind schon eine Herausforderung zu fahren. So geht es Stück für Stück, Tier für Tier, durch den Park. Allerdings sieht man dann keine Tiere mehr, weil man sich auf den Pad konzentriert. Da durch das Geschaukel mein Kopf nebst Magen wieder anfängt zu rebellieren, konzentriere ich mich auch mal lieber auf die Straße. „Augen geradeaus“, dann geht es.
Die Landschaft verändert sich ständig. Mal fahren wir über eine Weite mit roten, grünen und gelben Gräsern, dann stehen Büsche und Gräser am Rand. Große Bereiche des Parks sind von Mopane-Bäumen und gemischten Wäldern wie Kiaat und Zambesi Teak bedeckt. Im Nachgang lese ich, dass der Mopane Baum einer der Big Five der Bäume in Namibia ist.
Es geht durch Bereiche, wo die Bäume nicht mehr sehr hoch und gefühlt auf eine Höhe gehalten werden. Wahrscheinlich Giraffen und Elefanten, die die Bäume nicht höher wachsen lassen und die jungen Triebe aufmuffeln. So geht es Stück für Stück durch den Park. Sandige Passagen, steinige Passagen, stark ausgewaschene Fahrspuren, so dass man trialen muss, Slalom um Sträucher und Büsche. Ach ja, und aufpassen auf Impala- und Giraffenwechsel auf dem Pad.

Keine 4 Stunden später kommen wir am Ausgang des Park an. Das wir so gut durchkommen, haben wir nicht gedacht. Wir werden dann heute noch aus dem gesamten Park rausfahren, bis die Asphaltstraße beginnt und das Mwandi View Camp aufsuchen.

Permit für den Transit bezahlt und weiter geht es. Und wie es weiter geht. Es ist ein Weg, sandig, ausgewachsen, Riffelblech und dann auch noch Wellenreiten. Wenn es nur ein Moment wäre, wäre es ok. Aber das geht dann knapp 20 km so.

Endlich, Asphalt. „Wollen wir Luft auf die Reifen machen oder erst im Camp?“, kommt die Frage von Richard. „Im Camp“, sagt Micha. Also fahren wir langsam Richtung Camp. Luft auf die Reifen machen? Ja, aufgrund des Geländes hatten die beiden Männer den Luftdruck auf 1,9 bar hinten und vorne 1,7 bar gesenkt. Es ist üblich, den Reifendruck zu verringern. Reifenschonender und ein Fahrkomfort für die Insassen.

Hier, nach dem Park, hat die Landschaft sich wieder verändert. Viele Akazien stehen hier, Baobab (afrikanischer Affenbrotbaum) stehen am Straßenrand. Diese Bäume beeindrucken mich am meisten.

Es gibt kleine, runde Hütten, vor denen Menschen sitzen. Wartende Menschen an der Bushaltestelle und zwei Rotzlöffel, die vom Straßenrand mit Steinen auf unseren Brutus werfen. Was die wohl machen würden, wenn wir anhalten und aussteigen?

Zu unserer Linken sehen wir dann ein eingezäuntes Gelände, mit Hütten und ein Schild: Sunset River View. Wir fahren stumpf daran vorbei. Das ist uns definitiv zu dicht an der Straße. In iOverlander sieht man, dass die Straße relativ nah daran verläuft, aber wenn man es sieht, ist es gefühlt auf der Straße.

Zum Glück gibt es hier eine Auswahl und kurz darauf taucht das Mwandi View auf. Es liegt ein wenig Abseits von der Straße, ist aber umgeben von Bäumen.

Hier bleiben wir für eine Nacht.

Eine Lodge, mit Bar / Restaurant / Pool und einem Wasserloch vor der Terrasse. Mal schauen, was wir heute Abend sehen werden.

Und es ist verrückt, was wir sehen: 14 Hippos!!! Nach und nach tauchen die Tiere auf. Man hört sie kaum. Keine 30m von uns entfernt sind sie. Ein Schweigen legt sich über die Terrasse und jeder schaut beeindruckt die Tiere an. Von der rechten Seite taucht auch, still und heimlich, ein grauer Schatten auf. Ein Elefant. „Kneif mich bitte“…

Was für ein Tag. Erst eine riesige Herde Wasserbüffel und jetzt eine Schar von Hippos an einem Wasserloch. Da gibt es glatt einen Amarula zum Anstoßen. Ich möchte diesmal eine Runde ausgeben. „Single oder Double?“ Ich lieber Single, bevor ich unanständige Lieder singe. Mit Eis, Konny auch und Richard ohne Eis. Der Single Amarula ist unter dem „Chrashd Ice“ zu vermuten. Wenn Richard seinen Amarula trinkt, kommt wahrscheinlich wenig im Mund an, da das meiste am Glas bleibt, es sei denn, er hält 3 Minuten den Kopf hoch… Oh je, das nächste Mal Double… Allerdings muss ich sagen, dass ich den Beiden dann einen Ausgebe, selber aber nicht trinken möchte. Es ist einfach nicht mehr meins und der Geschmack, den ich vorher mochte, ist nicht mehr da. Anderen zuliebe brauche ich auch nichts trinken. 

Jetzt heißt es aber „Gute Nacht“… oder??? Nein, wir haben uns gerade umgezogen, da hören wir einen Elefanten tröten. Fix eine Jacke über geworfen und nochmal zum Wasserloch. Der Elefant ist nur zu hören, nicht zu sehen. Nu aber ab ins Bett.

24.05.2024

Auf zum Senyati Safari Camp. Das Camp hat nicht nur – so hörten wir – schöne Plätze, sondern auch ein Restaurant mit Bar sowie einem großem Wasserloch. Ein weiterer Vorzug ist, dass hier direkte Touren zu den Vic Falls angeboten werden. Da die Grenze nach Simbabwe überschritten wird, müssen auch Formalitäten erledigt werden. Wenn man als Tourist mit dem eigenen Fahrzeug kommt, ist es wesentlich mehr Aufwand. Mit einer geführten Tour wird ein Teil der Formalitäten abgenommen und man kommt schneller durch, da es sofort ersichtlich ist, dass man nur ein Tagestourist ist. Haken an der Sache ist, dass es teurer ist.

Als wir zusammenpacken und das Dach runterklappen, stellt Micha fest, dass eine Niete an einem Schanier rausgerissen ist. Wir können es nicht reparieren, da wir keine Nietzange oder ähnliches mit haben. Was tun? Den netten Besitzer vom Platz fragen. Ich hatte eine große Garage mit viel Werkzeug gesehen. Er ist an seiner Rezeption anzufinden und ich schildere ihm unser Problem, ein Foto unterstützt mich. „No Problem“ sagt er. Ein kurzer Blick von ihm und keine zwei Minuten später kommt er, haut das Überbleibsel mit dem Hammer durch und setzt eine neue Niete. Fertig. Ein Dankeschön möchte er nicht annehmen. „Enjoy your Trip“ und der Chef verschwindet mit einem Lachen. Vielen lieben Dank für die tolle Hilfe.

Heute sind es nur 90 km, die wir ruhig fahren. Richard ist sehr angeschlagen, sein Husten hört sich fürchterlich an. Wir machen uns Sorgen um ihn, helfen können wir nicht wirklich.
Ein Stück der Asphaltstraße ist eine Transitstrecke durch den Park. Wir müssen uns an einem Checkpoint eintragen und dann nach ein paar Kilometern wieder austragen.

…jetzt muss ich gerade mal unterbrechen. Mein Mann sitzt neben mir und schaut sich das Video, das er 2018 von unserer ersten Reise gemacht hat, an. Das ist so emotional. Unsere Reise geht weiter. Das Lied mit dem Refrain „The Live smiles to you“, ja es lächelt immer noch. Gemeinsam.

Wo war ich? Transitstrecke. Es sind große DIN A 3 Klatten und ich frage mich, wer das  kontrolliert. Setzt sich jemand am Abend hin und hakt die Kennzeichen ab?

Wir sind jetzt auf jeden Fall in Kasane angekommen und finden den Campingplatz. Die Anfahrt ist ein Knaller. Micha macht sogar Allrad rein. Eine Anfahrt mit Tiefsand. Hier kommen wirklich nur Offroader her. Da trennt sich die Spreu vom Weizen, wie man so schön sagt. Konny und Richard waren vor uns. Micha lässt in der Regel ausreichend Platz um reagieren zu können, falls Richard ein Problem hat. Nu ist Richard aber einfach Weg. Wir sehen ein geschlossenes Tor mit der Aufschrift Senyati Camp, Rezeption 100 m. Hinter dem Tor steht kein Richard und ist nix zu sehen. 100 m weiter ist nichts. Telefon raus, Konny anrufen. Sie steht schon an der Rezeption. Es fuhr gerade jemand raus, sodass sie reingefahren sind und direkt zu Rezeption. Na dann, die Dame öffnet das Tor.

Die Rezeption ist ein kleiner Laden. T-Shirts und Co werden verkauft. Aber auch der Tagesausflug zu den Vig Falls. Wir bleiben 3 Nächte und Micha und ich buchen den Ausflug für Sonntag. Zahlung mit Kreditkarte kein Problem, eigentlich, wenn das W-LAN funktioniert. Funktioniert natürlich nicht, also gehen wir noch zweimal hin, bis wir endlich bezahlen können.

Platz bezogen, Kaffee und Kekse und ab zum Wasserloch.

Wir sitzen auf der Terrasse und schauen auf das Wasserloch. Am ganzen Rand vom Camp sind Wasserlöcher. Richtig Wasser hat aber nur das vor der Terrasse. Kein Wunder, hier gibt es einen kleinen Brunnen, der Frischwasser in das Loch pumpt. Und da kommen sie. Lautlos tauchen große und kleine Elefanten auf. Beeindruckend. Jetzt stehen sie vor einem. Von der Terrasse aus sind es ca. 30 Meter. Ohne Zaun, ohne Geländer.

Wir werden auf den „Bunker“ aufmerksam gemacht und fix geht es durch einen Tunnel zu einem Beobachtungsraum in Augenhöhe des Bodens und keine 5 m von den Elefanten weg.

Das eine Mal tauchte von links ein Schatten auf. Ein Elefantenbulle kam von der Seite und der Fuß war zum Greifen nah. Er geht auch den gleichen Weg.

So stehen bzw. sitzen wir da und bewundern diese Riesen. Sehen, wie die jungen Elefanten sich an ihre Mütter drücken, mit dem Rüssel versuchen zu trinken und eigentlich gar nicht so recht wissen, wohin damit. Der Eine ist dann der Meinung, er blubbert mal lieber ein wenig im Becken. Es ist einfach umwerfend und sowas Einmaliges.

Keine Ahnung, wie lange wir dort saßen, aber irgendwann mussten wir auch mal was Essen. Also zurück zu Brutus und Abendbrot. Es gibt heute eine Brotzeit. Hier wird Sauerteigbrot verkauft. Es ist solange her, das wir ein gescheites Brot haben, so dass wir es kaufen. Für sage und schreibe 5,00 €. Da seht ihr, wie verzweifelt man ist, wenn es nur Toastbrot gibt.
Das Abendbrot ist einfach wunderbar. Brot, Käse, Gürkchen und Salami. Nach diesem Festmahl gehen wir zurück zum Bunker. Es ist dunkel geworden, das gelbe Licht, das die Wasserstelle für uns Beobachter erhellt, taucht langsam alles in ein warmes Licht.

Die sanften Riesen, sie kommen und gehen.

Eine kleine Herde, ein einzelner Elefantenbulle oder eine Elefantenkuh mit ihrem Baby. Zu dieser Szenerie geht auch noch der Mond auf. Eine kleine gelbe Scheibe taucht leuchtend am Horizont auf. Sie wird immer größer und dann taucht  hinter den Wolken ab, um keine 10 Minuten später in weißer Pracht zu erscheinen. Der Vollmond ist da. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut von diesem Abend.

25.05.2024

Heute ist der Tag der Ruhe. Die Vorbereitungen für den morgigen Ausflug zu den Vic Falls sind erledigt. In Ruhe frühstücken, Kaffee trinken, zum Wasserloch schlendern und einen Milchshake trinken. Als wir noch so am Tisch sitzen, taucht auf einmal eine Herde Antilopen auf. Sie gehen zum Wasserloch.

Allerdings scheint sie etwas zu erschrecken, sodass sie den Rückzug antreten. Schade, wir hätten sie gerne länger beobachtet.

Dafür kommen Giraffen.

Dafür flüchten die Rotringtoko nicht.

Auf der Terrasse bei dem Wasserloch gibt es W-LAN. Dann können wir ein wenig Büroarbeiten erledigen, Links für den Blog setzen und Südafrika fertig machen. Tja, das W-LAN ist eine Geduldsprobe. Da wir nicht wissen, was in Namibia kommt und bisher dort das schlechteste Netz war, tun wir uns das an. Dann passiert noch das Malheur, dass ein Teil von dem fertigen Blog unwiederbringlich weg ist. Also nochmal die grauen Gehirnzellen aktivieren. So vergeht die Zeit im Flug und es ist 16:00 Uhr.

26.05.2024

Vic Falls. Wir reisen heute in Zimbabwe ein, damit wir die Vic Falls bestaunen können. Über unseren Camp konnten wir eine geführte Tour buchen, so dass wir alles entspannter angehen können. Unser Bus steht pünktlich bereit. Ein ganz normaler Transit mit 22 Plätzen. Der soll über die 4 x 4 Strecke??? In meinem Kopf rödelt es. Wir fanden die Strecke schon kernig und das dann ohne Allrad und mit den Reifen? Dann erfahren wir, dass es auch eine 2 x 4 Strecke gibt.

Insgesamt sind wir 19 Personen, die den heutigen Ausflug machen. Engländer und Deutsche, insgesamt 6, sind pünktlich, die Belgier lassen auf sich waren. Die Belgier sind ein bunt gemischte Truppe. Wie das so in Gruppen ist, sind sie lauter. Gegen 6:45 Uhr kommen wir los, geplant war 6:30 Uhr und unser Guide war schon angenervt. Wir fahren über die 2 x 4 Route aus dem Camp Richtung Grenze, die bei Kazungula liegt. Vorher gibt es noch einen Stopp an der Tankstelle. Tanken, die Scheibe wird geputzt, alles in Ruhe. Das ist wahrscheinlich die Strafe, dass er warten musste, oder es ist einfach Afrika.

In 15 Minuten sind wir an der Grenze. Die Ausreise aus Botsuana läuft reibungslos.

Weiter geht es zur Grenze von Simbabwe. Hier ist es für uns ebenfalls entspannt.

Die geführte Tour beinhaltet auch die Vorbereitung von Unterlagen für die Grenze. Diese konnten wir in Ruhe im Camp ausfüllen. Jetzt reichen wir den Pass mit dem ausgefüllten Papier an den gelangweilt schauenden Herrn, kurz erläutern, das man nur einen Tag im Land ist, das man zu den Vic Falls möchte. Dann zahlen wir auch die insgesamt 60,00 $. Tja, so teuer ist es, in Simbabwe einzureisen (ich habe mich auch nicht vertippt, hier wird in US-Dollar bezahlt). Da wir diese Info bereits vorher erhalten hatten, war das Geld passend abgezählt und wir waren fix durch. Allerdings waren die Belgier total unvorbereitet, dementsprechend herrschte Chaos. Zum Glück waren wir die Ersten bei dem Schalter „Imigration,“ so dass wir entspannt zuschauen konnten. Die Pässe bekommt man erst zurück, wenn die Visa für den Pass fertig und eingeklebt sind und entsprechend abgestempelt. Eine Seite im Pass nimmt das Visum für Simbabwe ein. Unser Guide kommt mit unseren Pässen zurück und legt ALLE auf einen Sitz. Dazu legt er noch die Quittungen für die bezahlten Dollar. Jetzt geht das Gesuche los. Für uns und einem anderem deutschen Ehepaar ist es schnell beendet, der Adler ist auf dem Pass gut sichtbar. Somit können wir schon zu unserem Bus. Jetzt sehen wir, wie viele Busse nach uns gekommen sind. Die Schlange für die Einreise ist ewig lang. Unser Guide wusste schon, warum wir so früh aufbrechen. Sonst würden wir hier wahrscheinlich bis Mittag sitzen.

Jeder hat seinen Pass und die Quittung, die Reise geht weiter. Jetzt fahren wir ca. 1 Stunde. Die Fahrt geht weiter auf der Kazungula Rd. Die Straße ist breit und verläuft ziemlich gerade durch den Sambezi National Park. Der Fahrer ruft dann auch „Elefant“ und die Dickhäuter laufen über die Straße. Die Straße ist am Anfang in einem guten Zustand, zum Ende hin sind ziemliche Löcher auf der Fahrbahn, sodass diese Umfahren werden. Slalom ist angesagt.

Da sind wir. Unser Guide hatte noch an einer Agentur gehalten, wo ein Helekopterrundflug oder Banjisprung gebucht werden können. Dann stehen wir vor dem Eingang des Victoria Falls National Park. „16:00 Uhr geht es zurück, bitte pünktlich sein“ sagt der Fahrer.

Am Eingang staunen wir über die Parkgebühren nicht schlecht. Da wir keine Einheimischen oder Südafrikaner sind, dürfen wir 50,00 $ oder 750,00 Pula bezahlen. Die Kinnlade fällt runter. Wir haben bereits 500,00 Pula für die Fahrt bezahlt. Aber wir kannten die Preise ja im Vorfeld. Jetzt sind wir da, dann bleiben wir auch hier. Wir haben noch ziemlich viel Pula und wollen einmal in Dollar und Pula bezahlen. Ich habe 740,00 Pula in Scheinen mit und 10,00 Pula in Münzform. Haltet euch fest, die Münze wird nicht (!) angenommen. Nur Scheine sagt der – auch hier mal wieder ein gelangweilter Mitarbeiter. Micha fragt ihn, ob er ihn auf den Arm nehmen möchte. Nein, das möchte der Herr nicht.

Zum Glück ist das andere deutsche Paar hinter uns und wir können die Münze gegen einen Schein wechseln. Denn ausreichend Wechselgeld in Pula sind auch nicht vorhanden  Alos bitte passend oder mit Karte zahlen.

Der Park ist nicht sehr groß. Rechts und Links vom Eingang sind zwei Souveniershops, Informationstafeln und dann ein Restaurant. Das war es dann auch. Es gibt verschiedene Aussichtspunkte. Als Erstes benötige ich aber ein WC. Das ist fix gefunden und zu meiner Überraschung kostenlos. Micha kommt mir dann schon entgegen, da der Weg hier lang führt. Wir landen als Erstes am Punkt 4. Wow, das ist mal eine Menge Wasser, die sich in die Schlucht ergießt und das ist noch nichtmal der Hauptwasserfall.

Der Sambesi ist der größte afrikanische Strom und liegt zwischen den Grenzstädten Linvingston (Sambia) und Victoria Falls (Simbabwe). Aktuell führt der Sambesi viel Wasser und so haben die Wasserfälle auch entsprechend viel Wasser. Beeindruckend. Das Wort „Beeindruckend“ und „Gerade“ sind wahrscheinlich die am meist geschriebenen Worte in unserem Blog für Afrika. Mir fallen aber auch keine anderen Wort ein.

 

So sieht es dann mit Langzeitbelichtung aus:

Dann wackeln wir die ganzen Punkte ab. Es gibt 16 Stück. Je näher wir der Nummer 10 kommen, kommen uns auch immer mehr Menschen in Ponchos entgegen, oder auch nicht und ziemlich nass. „Willst du auch deine Regenjacke“ fragt mich Micha und ich verneine, bin doch kein Weichei. Station 11 „Schatz, ich glaube ich ziehe sie doch an“ sage ich keine 3 Minuten später. Die Entscheidung war richtig. Die Gischt fällt als feiner Sprühregen vom Himmel. Ab Punkt 13 kommt er als feiner Regen herab. Keine 10 Minuten sind wir klitschnass. Micha hat eine kurze Hose an, sodass das Wasser nicht viel Stoff nass machen kann. Meine Hose ist klitschnass und klebt so schön am Bein. Meine Regenjacke ist dicht, aber ab Ende der Jacke läuft das Wasser in einem kleinen Strom heraus. Micha versucht eine „Regenrinne“ zu machen, in dem er das Jackenende hochklappt. Geht nicht, Kameratasche im Weg. „KAMERATASCHE? Oh nein, hoffentlich hat die Kamera nicht auch eine unfreiwillige Dusche bekommen. Werden wir nachher sehen. Tapfer gehen wir weiter zu Punkt 14.
Ein Wahnsinn, wie das Wasser hier runterrutscht. Wenn die Gischt den Blick freigibt, fühlt man sich ganz ganz klein. Die Natur ist immer wieder beeindruckend. Ab diesem Punkt wird es schon trockener.

 

Ab Punkt 15 (Danger Point heißt der Punkt), sehen wir in die Schlucht, auf der anderen Seite sehen wir Menschen stehen. Sie gucken von Zambia aus auf den Wasserfall.
Der Regen ist vorbei, die Sonne hat uns wieder. Kurze Trockenpause.

Eine Dame (ca. 70 Jahre), die vor uns unterwegs war und keine Regenjacke oder Poncho hatte, schüttelt immer wieder ihren Kopf, knetet die Dauerwelle. Zum Schreien sag ich euch. Die Klamotten durchweicht, aber die Frisur sitzt „Drei Wetter Taft“ gab es früher in der Werbung. „Die Frisur sitzt nicht mehr“ sagt Micha trocken.

Wir schlendern zurück zum Eingang. Mangels Frühstück beschließen wir was Essen zu gehen. Im Restaurant kann man mit Dollar bezahlen, zum Glück auch mit Karte. Aber Trinkgeld ist ein Problem. Nein, er nimmt auch Pula. Sehr schön. Essen und Milchshake sind gut. Frisch gestärkt wollen wir noch die Punkte 1 bis 3 ablaufen.

Die Flora besteht aus etwa 400 Arten von Gräsern, Bäumen, Sträuchern und vielen mehr. Am meisten beeindruckt uns ein Baum, der quer über den Weg liegt, durch einen Pfeiler auf der anderen Seite gestützt wird, dort aber in die Höhe gewachsen.

So schleichen wir nochmal die Punkte ab, bis Punkt 6 und gehen dann zum Ausgang. Wir möchten nicht wieder Naß werden.

Vorne gehen wir in den Souvenierladen und ich sehe DAS Armband. Keine Frage, das kommt mit! 

Wieder am Bus trudeln alle ein. Selbst die Belgier sind pünktlich. Aufgrund des fürchterlich langweiligen Weges machen Micha und ich irgendwann Hörbücher in das Ohr.

Die Grenze taucht auf. Die Ausreise ist wie die Einreise äußerst entspannt und wir müssen diesmal nicht auf die Pässe warten. Alle Mann wieder in den Bus und keine 800 m wieder raus. Das Häuschen der Grenzer ist noch ein wenig entfernt, komisch. Dann fällt uns wieder die Einreise ein und wir erinnern uns, dass wir auf einer Schüssel mit Desinfektion hüpfen müssen. Der Bus ist durch ein kleines Becken gefahren.

Alle Mann rein in die Stube der Grenzer, Pässe abgelegt und ohne weitere Fragen bekommen wir die Einreisestempel.

Keine 30 Minuten später sind wir wieder auf dem Senyati Camp angekommen. Wir haben keine Lust zu kochen, also ab in die Rezeption, Essen bestellen, mit der Bestellung zur Ausgabe. Was für ein Luxustag. Zweimal essen gehen an einem Tag. Wir sitzen mit unserem Essen am Wasserloch. Es sind wieder Elefanten am Loch. Mittlerweile ist es ein normales Bild und man beobachtet das Verhalten der Tiere.

Ach wie schön das Leben ist.

Kurzer Abstecher zum Auto Konny und Richard Hallo sagen. Die Beiden sind aber noch nicht da. Sie waren heute auch auf einer Tour und haben Flora und Tiere vom Wasser gesehen/ erlebt. Also zurück zum Wasserloch. Dann geht es los. Elefanten eilen herbei (wirklich eilen, sie sind sonst immer majestätisch geschritten), gehen am Frischwasser trinken, dann kommt eine neue Gruppe, Ränge werden zwischen Kühen und Bullen geklärt. Ein Spektakel sage ich euch. Trotzdem verlassen wir das Schauspiel. Das Bett ruft.

27.05.2024

Bevor es zur Grenze geht, gibt es noch einen kurzen Stopp für einen kleinen Einkauf im Spar. Eine Stärkung wäre auch nicht schlecht. Ein Kaffee wird gefunden, in einem wunderschönen Hinterhof sitzen wir dann mit Kaffee, Toast bzw. Kuchen und genießen.

Wir verlassen Kasane. Es geht wieder über die Transitstraße im Chobe. Eintragen, das man reinfährt, und Austragen beim der Ausfahrt. Wir hatten uns beim letzten Mal schon gefragt, wie das kontrolliert werden soll.

Der Grenzübergang Ngoma wird angefahren. Blick in den Pass, kurz auf den Scanner gelegt und der Stempel für die Ausreise ist im Pass.

Namibia, wir sind gleich wieder da 🙂

 

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